Archiv des Autors: Institut für Medienverantwortung

Auf das Lernen in Beziehung nicht verzichten!

„Schule im Homeoffice (ist) dauerhaft keine gute Idee. Lernen ist ein Prozess, der viel mit der Beziehung von Lehrern und Schülern zu tun hat. Und für diese Beziehung braucht es echten Kontakt.“
Aber auch das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Warum also braucht Lernen – und wir präzisieren – bildendes Lernen Schule und Unterricht in Realpräsenz? Warum sind Eltern damit auf Dauer grundsätzlich überfordert? (4) Und warum können dies auch Lehrerinnen und Lehrer beim besten Willen nicht über digitale Kommunikation leisten und Lernprogramme entsprechender Konzerne erst recht nicht?

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Buchempfehlung: Rechte Ego-Shooter

soeben erschienen

Nur, falls jemand noch nicht weiß, wozu so manches Game geeignet ist… und über rechtsextreme Netzwerke sollte man auch mehr wissen, bevor man da naiv reinschlittert oder seine Kinder reinschlittern lässt… Für mehr Medienverantwortung! – – –

mehr: CH-Links-Verlag

Mediengewalt und Rechtsradikalismus

Angesichts der aktuellen Rechtsverschiebung in den Diskursen, ausufernder Gewalt bis hin zum Mord an Politikern und dem nahenden Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, erinnern wir an einen Vortrag von Dr. Rudolf Weiß zu seiner Forschung, was besonders rechtsradikales Gedankengut im Jugendalter begünstigt.

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Aktualisiertes Resümee zum Vortrag
GEWALTMEDIEN UND RECHTSRADIKALE EINSTELLUNG VON JUGENDLICHEN ODER „WIE KOMMT DAS NUR IN DIESE KÖPFE REIN?“

Eskalierende Jugendgewalt und Rechtsradikalismus können nicht allein mit sozial-gesellschaftlichen Problemen, mit beruflicher Perspektivlosigkeit und Angst vor der Zukunft erklärt werden. Wie das in diese Köpfe hineinkommt hat auch etwas mit dem Konsum von Gewaltmedien zu tun. Diese Erkenntnis wurde für mich bereits 1993 zur Gewissheit nach den kausalanalytischen Ergebnissen meiner beiden Jugendstudien für Sachsen und Baden-Württemberg in den Jahren 1991-93.
Aus den dargestellten Modellergebnissen wird keine monokausale Erklärung abgeleitet. Gleichwohl ist festzustellen, dass Effekte eines exzessiven Konsums von Horror-Gewaltfilmen, krypto-faschistischen Computerspielen und Kriegs Shootern für das Zustandekommen rechtsradikaler Grundeinstellungen deutlich nachweisbar sind. Dieser Effekt hat sich als stärker erwiesen als der sozio-ökonomische Status oder die vielfach als ausschließliches Erklärungsmuster dienende Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Wenn man vor 40 Jahren noch sagen konnte, ‚Zerstörung ist die Kreativität des Hoffnungslosen’ (Erich Fromm) so muss man nach diesen Erkenntnissen heute hinzufügen ‚Zerstörung ist auch die unheimliche Macht der Medien’.

Zum 27.1.2020 – Gedenktag der Befreiung von Auschwitz

Digitalisierung an Schulen fordert es, die entsprechenden Kompetenzen zu vermitteln

„Was braucht man in einer globalisierten und digitalisierten Zukunft?“, fragt Martin Korte in ‚Forschung & Lehre‘ und gibt auch gleich die Antwort: „Überraschender Weise ganz menschliche Fähigkeiten, die neben der ‚Digital literacy‘ Unterrichtsziel bleiben sollten: Team- und Kommunikationsfähigkeit, Eigenverantwortung und Selbstmanagement-Kompetenzen, Lebenslanges Lernen, ganzheitliches Denken sowie Handeln und Kreativität. Auch Wissen bleibt eine Kernkompetenz: Neues Wissen intelligent und eigenständig einordnen zu können in ein bestehendes Wissenssystem beziehungsweise dieses Wissen hinterfragen zu können, das erst ist Bildung.“ Deshalb fordert er: „Alle Schülerinnen und Schüler (und auch Studierende) sollten diejenigen Grundkenntnisse erwerben, die für das Verstehen digitaler Systeme unverzichtbar sind.“

Auch wir fordern vor allem den kritischen Umgang mit Medien zu lehren! Vor den Erwerb von Medienkompetenz gehört nämlich der Erwerb von Sozialkompetenz, und dabei vor allem das NEIN-Sagen – etwa bei Phishing-Mails, Einladungen von Fremden, Datenpreisgabe beim Herunterladen von Apps und mindestens noch das Nicht-Antworten auf Verbalattacken. Darum fordern wir seit langem eine Einführung digitalisierter Medienpädagogik erst ab einer geeigneten Entwicklungsstufe und die Förderung eines kritischen Umgangs mit Medien sowie allgemeine Medienbildung als Demokratiebildung.

Zum ganzen Artikel geht es hier:

Nach Anschlag in Halle – Die Gamer-Szene ist nicht (wirklich) das Problem

Man müsse die Gamer-Szene stärker in den Blick nehmen, behauptete letzte Woche Innenminister Seehofer nach den Anschlägen in Halle.

In diesem Zeit-Artikel wird Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär, zitiert, der treffend formuliert: „Das Problem heißt Rechtsextremismus, nicht Gamer oder sonst was.“

Ja, in der Gamer-Szene gibt es einige Probleme, auf die das IMV und der Verein gegen „Mediengewalt“ seit längerem aufmerksam macht.

In diesem Zusammenhang auf sie hinzuweisen scheint jedoch eher davon ablenken zu wollen, sich politisch ernsthaft mit der Problematik des wachsenden Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland auseinanderzusetzen und dafür entsprechende Lösungen anzubieten. Dieses Manöver gilt es zu durchschauen.

Spielsucht bei Computerspielen – zwei Minderjährige verklagen Epic Games

Das Spiel Fortnite von Epic Games soll absichtlich so entwickelt worden sein, dass es süchtig macht. Zwei Minderjährige in Kanada verklagen nun den Konzern. Bei Online-Games kann nicht nur die Sucht zum Problem werden, durch versteckte Kosten geraten Süchtige auch finanziell in Bedrängnis.

Video mit Einschätzung und Tipps gegen Spielsucht eines Experten auf der Website.

HateAid – Hilfe gegen Hass im Netz

Die Organisation HateAid hilft nicht nur Betroffenen von Hass im Internet, sie klärt auch darüber auf, wie er funktioniert: „HateAid klärt über die gesamtgesellschaftlichen Gefahren für Demokratie und Meinungsfreiheit auf. Wir stärken diejenigen, die Gewalt im Netz ausgesetzt sind, und zeigen potentiellen Täter*innen, dass ihre Taten Konsequenzen haben. Wir schützten dadurch den Erhalt unserer Demokratie.“ Mehr Informationen gibt es auf ihrer Website:

Cybermobbing unter Kindern und Jugendlichen

An der Freien Universität Berlin wurde im August das Projekt „Blurred Lives“ vorgestellt – eine Studie, die sich mit dem Problem Cybermobbing bei sozioökonomisch benachteiligten Jugendlichen beschäftigt. Die Berliner Jugendlichen scheinen dabei im europäischen Vergleich sowohl vermehrt Opfer also auch Verursacher*innen von Cybermobbing zu sein. Ein Problem, dem unbedingt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, finden die befragten Jugendlichen. Hier der Artikel des Tagesspiegels: