Archiv für den Monat: Oktober 2014

Buchtipp: „Was macht ihr mit meinen Daten?“

Malte Spitz, 30jähriger Grünen-Politiker, hat nachgefragt und Auskünfte beantragt, um herauszufinden, was alles an Daten über ihn als „Normalmensch“ von wem gespeichert ist. Daraus entstand ein Buch.

Zitat aus der Leseprobe des ersten Kapitels von „Was macht ihr mit meinen Daten?“:

Je mehr Computer, Chipkarten, Lesegeräte wir in unserer Welt installieren, desto mehr  solcher Daten werden überall erzeugt und verarbeitet. Jeder ist irgendwo erfasst, jeder hat inzwischen einen Zwilling, einen Datenschatten von sich selbst – ohne ihn zu kennen. Wer weiß schon, was Behörden, Firmen und Organisationen über ihn wissen? Wer von uns kennt all die Datenbanken, in denen etwas über uns steht?

Meine Neugier trieb mich, eine Expedition zu wagen. Nicht zum Südpol wie Roald Amundsen, der 1911 in die Antarktis aufbrach. Auch nicht zu den Berggorillas in Ruanda wie Dian Fossey. Mein Ziel schien mir überhaupt nicht so fern, und doch war die Suche mühsam, langwierig, manchmal entmutigend.

Dabei musste ich nicht mit detektivischem Spürsinn vorgehen, ich habe nur die demokratischen Möglichkeiten genutzt, die unsere Gesetze bieten. Ich wollte in die Rechenzentren und Datenbanken, wollte Daten von meinem Mobilfunkanbieter und meiner Krankenkasse, von meinem Bürgeramt und meiner Bank. Ich wollte wissen, was die Lufthansa über meine Flüge speichert, die Bahn über meine Zugfahrten, die Kreditkartenfirma über meine Einkäufe. Mich interessierte, was Polizei  und Verfassungsschutz über mich sammeln. Ich wollte erfahren: Was macht ihr mit meinen Daten?

Leseempfehlung!

 

Medienkompetenz von Eltern und Pädagogen

Die Medienkompetenz von Eltern und Pädagogen dient dem Schutz der Kinder. Das Medienwissen der Erziehenden ist essentiell, um den Kindern einen altersgerechten, sicheren und vernünftigen Umgang mit Medien zu vermitteln.

So weit, so gut.

Das hat der Bundestag also erkannt, laut der Pressemitteilung vom 16. Oktober.

Die Eltern und Pädagogen seien aufgefordert, sich regelmäßig zu informieren und zu schulen. „Ohne Medienwissen können die Eltern und Pädagogen den Medienkonsum der Kinder gar nicht kontrollieren und sind damit komplett überfordert.“

Wissen Sie, lebe Lesende, WO sie sich informieren und weiterbilden können, als Elternteil und/oder Pädagoge? Vermutlich nicht. Weil es vermutlich nichts in der Richtung gibt.

Die Erkenntnis ist also für die Eltern nutzlos, und somit für die Kinder erst recht.
Was diese Expertenanhörung in der Kinderkommission wohl an Steuergeldern gekostet hat, die man hätte verwenden können, um einen seit Jahren geforderten Lehrplan für Medienbildung ein wenig voran zu bringen?

 

Ein/e Medienpädagoge /-in als Hauptgewinn?

So bekommt man auch „frühkindliche Medienerziehung“ in die KiTas – ob die Erzieher/innen und Kinder nun wollen oder nicht?

Zumindest hört es sich auf der Internetseite der sog. „Medien-Kompetenz-Kitas NRW“ so an:

Im Projekt „Medienkompetenz-Kitas NRW“ übernehmen die Medien-Coaches eine Schlüsselrolle. Sie sorgen dafür, die Haltung von Erzieherinnen und Erziehern gegenüber Medien zu verändern und mögliche Hemmschwellen abzubauen, Medienkompetenz nachhaltig im Kita-Team zu fördern und Medienpädagogik als einen wesentlichen Bestandteil im Kita-Alltag zu verankern.

Passend dazu gibt es nun noch das Preisausschreiben, wo 10 KiTas eine einjährige Begleitung durch einen Mediencoach gewinnen können, der den Mitarbeiter/innen, Kindern und Eltern dann wohl schon erklären wird, wozu sie Medien im Kindergarten brauchen. Warum das nun forciert werden muss wenn die Mitarbeiter/innen, Kinder und Eltern bisher keine Medien in der KiTa vermisst haben, erschließt sich nicht.

Treasuremap / Schatzkarte der NSA

Bei der sog. Treasuremap geht es nicht um eine vergrabene Kiste Piratengold, sondern um Daten – heutzutage vermutlich sogar wertvoller als die Goldkiste.

Treasuremap ist ein Programm, eingesetzt hauptsächlich von amerikanischen und britischen Geheimdiensten, und es soll

den Spionen Zugriff auf die Netztechnik gewähren [soll[, darunter Router, also Rechner, die Datenverkehr regeln, und Kabel. Über diese können die Überwacher jedes einzelne Gerät, das irgendwie mit dem Internet verbunden ist, sichtbar machen. Das Überwachungssystem soll „nahezu in Echtzeit“ funktionieren […]
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Auch das Netz der Telekom ist betroffen.

Wer mehr lesen möchte: Im Spiegel-Online Artikel zur Treasuremap sind unten die Links zu den originalen Quellen.