Archiv für den Monat: März 2016

Unmerklich: Digitale Diskriminierung

Digitale Diskriminierung breitet sich aus einer Lücke heraus aus: Das Datenschutzrecht, das flächendeckend auf digitale Vorgänge angewendet wird, kennt kein allgemeines Diskriminierungsverbot. Das allgemeine Verbot der Diskriminierung, das sich im Gleichstellungsrecht findet, wird auf durch Algorithmen getroffene Entscheidungen dagegen kaum angewendet. Diese Lücke, also der Bereich der nicht sanktionierten Diskriminierung durch Algorithmen, kann nicht hingenommen werden.

Mehr dazu wie digitale Diskriminierung funktioniert und warum wir sie nicht merken auf Spiegel Online

Zum internationalen Frauentag

Am 8. März begehen Frauen in aller Welt den Internationalen Frauentag. Seit mehr als 100 Jahren fordern Frauen an diesem Tag Gleichberechtigung und prangern die nach wie vor herrschende Gewalt gegen Frauen an.
[weiterlesen bei der Bundeszentrale für politische Bildung]

Der oben verlinkte Artikel ist vier Jahre alt, den Internationalen Frauentag gibt es seit nunmehr 105 Jahren. Seitdem hat sich vieles bewegt und verbessert, aber in einer idealen Welt wäre der Frauentag überflüssig – weil die Ziele erreicht wurden. Bis dahin fehlt leider noch viel.

Was passiert heute, am 8. März 2016, in den Medien zum Weltfrauentag? Nicht viel ermutigendes.
Ein Bericht auf Spiegel Online:

In den Aufsichtsräten an der Börse gehandelter Konzerne stellen Frauen mit einem Anteil von 22 Prozent immer noch weniger Personal als vorgesehen. Die seit Jahresbeginn geltende Quote von 30 Prozent wird längst noch nicht eingehalten, wie eine Studie der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung ergab.

Bei einer Google-Suche nach „Frauentag Medien“ sind die ersten drei Treffer Berichte darüber, dass, zum ersten Mal heute, eine Kommissarin in einer bestimmten Krimiserie ermitteln wird.

Liebe Gesellschaft, da gibt es noch viel zu tun.

 

 

Digitales Wirtschaftswunder?

Eine im Auftrag von Microsoft erstellte Studie beklagt, dass Schüler von ihren Lehrern nicht ausreichend auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet werden.

„In der Lehrerausbildung muss mehr Gewicht auf den kreativen Umgang mit neuen Technologien gelegt werden“, fordert Renate Radon, Senior Director Public Sector und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland.

Und wieder geht es um den Einsatz der Technik – nicht um die Vermittlung der Fähigkeit, die gewonnenen Erkenntnisse einzuordnen, zu hinterfragen und zu bewerten.
Aber natürlich ist das vorrangige Interesse von Microsoft auch nicht, etwas zu hinterfragen – sie möchten ihre Technik und die Software verkaufen, und so ihr eigenes „digitales Wirtschaftwunder“ vorantreiben.