Archiv für den Monat: Januar 2017

Medienrecht für Kindergartenkinder?

Tablets für Kindergartenkinder? Hier kommt die Position einer Befürworterin.

Besonders herausgestochen hat für uns dieser Satz aus dem Interview:

Die aktive Mediennutzung in der Kita bietet viele Anknüpfungspunkte, mit Kindern Gespräche über Sicherheitsthemen im Internet zu führen, wie sie Hilfe holen, mit Gefühlen umgehen, eigene Grenzen einschätzen, mit eigenen Passwörtern umgehen sowie das Recht am eigenen Bild oder das Urheberrecht kennenlernen.

Es geht, wie gesagt, um Kinder im Vorschulalter. Denen man jetzt offensichtlich erklären können soll, wie das Urheberrecht funktioniert und auf was sie beim Schutz ihrer Daten achten müssen?
Beides Themen, die viele Erwachsene schon nicht durchschauen, aber ein dreijähriges Kind soll darüber und über Internetsicherheit usw. Bescheid wissen?

Was ist aus Bauklötzen geworden, Lego, Brio-Bahn, Papier und Stiften? Aus Be-Greifen, Phantasie, Kreativität? Machen statt wischen? – – –

Digitale Medien in der frühen Bildung: „€žEin Werkzeug im Bildungsprozess“€œ

Lässt sich schon im Kindergartenalter Medienkompetenz erlernen? Eva Reichert-Garschhammer meint ja. Die stellvertretende Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik München begreift digitales Lernen als Chance für den Kita-Alltag.

Source: bildungsklick.de/fruehe-bildung/detail/digitale-medien-in-der-fruehen-bildung-ein-werkzeug-im-bildungsprozess/

 

Nicht nur im Kinderfernsehen

Ich habe aber den Eindruck, dass die Redaktionen ängstlich geworden sind und ungern Verantwortung übernehmen. Sie denken viel zu sehr in Vermarktungsparametern.

Das lässt sich sicherlich nicht nur über das Kinderfernsehen sagen….

Ein absolut lesenswertes Interview mit Josef Göhlen, der das deutsche Kinderfernsehen von den 1960ern bis in die 1980er geprägt hat.

Keine kurzen Hosen!

Interview mit Josef Göhlen zur Entwicklung des Kinderfernsehens in Deutschland

Foto: privat

Josef Göhlen war Leiter des Kinderprogramms beim Hessischen Rundfunk (HR) und dann beim ZDF. In diesen Funktionen hat er in den 1960er und 1970er Jahren für die Klassiker des (öffentlich-rechtlichen) deutschen Kinderfernsehens gesorgt. Beim HR waren das die Geschichten der Augsburger Puppenkiste und „Pippi Langstrumpf“, zu sehen im ARD-Programm. Beim ZDF waren es Trickserien wie „Heidi“, „Wickie“ oder „Biene Maja“ und die sogenannten Weihnachtsserien wie „Timm Thaler“, „Jack Holborn“ oder „Silas“.

Source: www.medienkorrespondenz.de/leitartikel/artikel/keine-kurzen-hosen.html

Und wieder die Legende der „Digital Natives“?

Prof. Dr. Hurrelmann, Bildungswissenschaftler und Jugendforscher, im Interview mit news4teachers.de

Manche Sätze des Interviews sind eher fragwürdig, z.B.

Eltern können verkrampft versuchen, die Begegnung mit digitalen Medien aufzuschieben und sie vielleicht dadurch noch interessanter machen. Die beste Strategie ist es aber auch für Väter und Mütter, sich damit zu beschäftigen.

Das klingt, als ob die heutige Elterngeneration, also Menschen in einem Alter ab ungefähr Mitte 20, noch keinerlei Kontakt mit digitalen Medien gehabt hätte und keine Ahnung davon hätte – das ist eher realitätsfern.

Manche Eltern versuchen sicherlich, die Begegnung ihrer Kinder mit digitalen Medien aufzuschieben, das ist aber zumeist eine sehr bewußte Entscheidung und ganz sicherlich keine „verkrampfte“ – und wenn eine solche bewußte Entscheidung getroffen wird, muss man sich im Vorfeld noch mehr damit beschäftigen, als es im Alltag ohnehin schon der Fall ist.

Lieber Prof. Dr. Hurrelmann, unterschätzen sie die Eltern von heute nicht!

Andere Sätze können wir nur wohlwollend zitieren, z.B:

Eine Problematik ist die wahnsinnige Auswahl an Angeboten mit ihren abertausenden Impulsen. Da besteht die Gefahr einer Überreizung. Der Jugendliche kann all das Wissen, die Informationen, Bilder und Hintergrunddaten gar nicht mehr richtig einordnen. Das zu lernen ist heute aber so wichtig wie nie zuvor: Informationen filtern, auf die persönlichen Bedürfnisse ausrichten, aussortieren, sich abschirmen.

Womit diese unübersichtliche Angebotsauswahl mit Gefahr der Reizüberflutung und Überforderung eher noch ein Argument wäre, das Kind so spät wie möglich damit zu konfrontieren. Idealerweise dann, wenn es bereits gelernt hat, konzentriert „offline“ an etwas zu arbeiten, Informationen zu filtern und einzuschätzen. Dann, und erst dann, kann diese Bildung auf digitale Bildung erweitert werden.
Aber lesen Sie selbst.
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Forscher Hurrelmann zur digitalen Bildung: „€žEin Drittel der Lehrkräfte wird abgehängt.“€œ Und: Schüler nehmen Bücher kaum mehr ernst

Source: www.news4teachers.de/2017/01/interview-risiko-reizueberflutung-durch-digitale-medien-ein-drittel-der-lehrkraefte-wird-abgehaengt/