Studie: Computerspielsucht trifft vor allem Jungs

Das ist jetzt die wievielte Studie in wieviel Jahren mit demselben Ergebnis?
Wir schlagen vor, doch endlich mal Konsequenzen zu ziehen. —

Deutschland: Studie: Computerspielsucht trifft vor allem Jungs

Jungen im Teenie-Alter sind nach einer Krankenkassen-Studie besonders anfällig für Computerspielsucht. Kriterien dafür erfüllen in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit 8,4 Prozent der Jungen und jungen Männer zwischen 12 und 25 Jahren.

Source: www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.deutschland-studie-computerspielsucht-trifft-vor-allem-jungs.5c5b276a-c5f6-44bc-8348-86a1362ad570.html

Monetization oder, wie man mit „kostenlosen“ Spielen Geld verdient

Ausführlich und schon 2013 erklärt in diesem (englischsprachigen) Video:

Wobei Frau Greer auch 2013 nichts Neues erzählt hat – 2010 führte Herr Weidemann, Spieleentwickler, bereits im Detail aus, wie man Spieler bei Laune hält und sie zum Zahlen bringt.

GDC Europe: To Succeed In Free-To-Play, ‚Exploit Human Weaknesses‘

In a polar opposite of the recent PopCap talk , Teut Weidemann of Ubisoft’s Blue Byte studio says that the key to free-to-play success is to exploit human weakness. Essentially, find those areas in which players can be monetized, and go after that aggressively.

Source: www.gamasutra.com/view/news/120784/GDC_Europe_To_Succeed_In_FreeToPlay_Exploit_Human_Weaknesses.php

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Wie kann Lernen zur Sucht werden?

Indem man Lernprogramme so gestaltet, dass sie wie ein Computerspiel funktionieren.

Sagen zumindest die Macher der Online Educa, einer mehrtägigen internationalen Konferenz für „technologieunterstütztes Lernen“ die morgen in Berlin beginnt, und bieten einen Workshop mit dem folgenden Titel an:
“Be a Game Changer!” Making Learning Addictive Using Game Design Thinking and Practices

Heißt im Umkehrschluß ja nichts anderes, als das Computerspiele suchterzeugende Elemente enthalten – wurde das nicht immer vehement bestritten?

Aber Rebecca Stromeyer, die Gründerin der Konferenz, hat ohnehin ihre ganz eigene Weltsicht:

„Wir befinden uns in einer Zeit des Übergangs: Eine Generation von ‚Digital Natives‘ wird zum größten Teil von ‚Digital Immigrants‘ unterrichtet, für die der Umgang mit diesen Medien oft einen deutlich geringeren Stellenwert hat. Aber genau dieser Bruch zwischen der alten und der neuen Medienwelt ist eine der großen Herausforderungen für unsere demokratische Gesellschaft.“
(Quelle: checkpoint e-learning)

Seltsam nur, dass die „Digital Immigrants“ in den letzten Jahren und Jahrzehnten diese neue Medienwelt ja geschaffen haben – einen „Bruch zwischen Welten“ können wir darin nicht erkennen, eventuell nur zuwenig Hintergrundwissen wie diese Medienwelt tatsächlich funktioniert – das aber bei den „Digital Natives“, die mehr Anwender sind als Macher…..

Digitalisierung: Was Schüler von ihren Lehrern über Facebook lernen können

Endlich werden auch mal von jemand anderem, nicht nur immer von uns,  die richtigen inhaltlichen Forderungen gestellt!
Wobei man Grundschülern die Prüfung von Quellen auch durchaus anhand der Tageszeitung beibringen kann, nicht alle Medien sind digital. —-

Digitalisierung: Was Schüler von ihren Lehrern über Facebook lernen können

Die Digitalisierung trägt dazu bei, dass der gesellschaftliche Grundkonsens ins Rutschen gerät. Das hat mehrere Ursachen, denen man nur mit Bildung begegnen kann. Drei Vorschläge.

Source: www.spiegel.de/wissenschaft/technik/digitalisierung-3-dinge-die-schueler-lernen-muessen-kolumne-a-1123115.html

Computer im Unterricht: „Ich setze Elektronik immer seltener ein“

Spiegel Online hat Lehrer befragt, ob und wie sie im Unterrichtsalltag digitale Medien nutzen. Die Antworten zeigen deutlich, wo die Probleme liegen, und wir zweifeln stark, ob das mit den Milliarden aus dem Digitalpakt besser wird. —

Computer im Unterricht: „Ich setze Elektronik immer seltener ein“ – SPIEGEL ONLINE

Warum spielen Tablets und Laptops in der Schule keine Rolle? Drei Lehrer erzählen: Von abstürzendem Unterricht, überlasteten Administratoren und von Smartboards, die vom Denken ablenken.

Source: www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/lehrer-warum-computer-im-unterricht-so-selten-eingesetzt-werden-a-1122491.html

Und nochmal zu Algorithmen

… und wie sie unser Leben jetzt schon bestimmen – und das zukünftig noch mehr tun werden. —

Algorithmentransparenz

Dieser Beitrag von Peter Schaar stammt aus dem Jahrbuch 2015 Informationsfreiheit und Informationsrecht. Er wurde freundlicherweise vom Autor und dem Verlag des Jahrbuches, lexxikon, zur Verfügung gestellt. Peter Schaar ist Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz und war von 2003 bis 2013 Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Source: algorithmwatch.org/algorithmentransparenz/

m Jahr 2015 waren bereits mehr als 15 Milliarden Gegenstände per Funk miteinander vernetzt und es ist zu erwarten, dass sich diese Zahl bis 2020 mindestens verdreifachen wird. Aus dem „Internet of Things“ wird auf diese Weise ein „Internet of Everything“(3) Die allgegenwärtige Vernetzung geht dabei über eine bloß quantitative Ausweitung der Datenverarbeitung hinaus. Wenn etwa Häuser und Wohnungen „intelligent“ werden und sich auf die Gewohnheiten der Bewohner einstellen, ändert sich auch unsere Wahrnehmung und unser Verhalten. Die Grenze zwischen „wirklicher“ und „virtueller“ Realität verschwindet zusehends. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von „Connected Spaces“, in denen die verschiedensten Geräte, Gegenstände und Personen in ständiger Kommunikation stehen, sich gegenseitig anpassen und voneinander lernen. Der Einbau von IT in Kleidung deutet einen weiteren Sprung an: Sensoren rücken immer näher an unseren Körper heran. Bereits heute werden in manchen Kliniken Neugeborene mit einem RFID-Armband versehen, um so Verwechslungen im Krankenhaus zu verhindern. Ähnliche Projekte gibt es auch für Demenzkranke, die man auf diesem Wege daran hindern möchte, ihr Krankenhaus oder ihre Wohnanlage zu verlassen(4); eine Art „elektronische Fußfessel“ für Alte. Sehr gut verkaufen sich Fitnessarmbänder, die nicht nur die Schritte der Träger zählen, sondern auch deren Schlafgewohnheiten, bisweilen sogar andere Vitalfunktionen und den Aufenthaltsort aufzeichnen und basierend auf der Analyse so gewonnener Daten ihren Trägern Tipps für ein gesünderes Leben liefern. Dass es für die so generierten Angaben auch andere Interessenten gibt, ist naheliegend. So haben Versicherungen angekündigt, ihren Kunden einen Rabatt zu gewähren, wenn sie einen gesunden Lebensstil pflegen. Zum Nachweis sollen Fitness-Tracker und „Gesundheits-Apps“ eingesetzt werden(5). Der nächste logische Schritt sind in den Körper eingebaute Funkchips, die zur Ortung, zur Erfassung medizinischer Werte oder auch zur Identifikation verwendet werden.

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Kybernetische Exoparasiten

Der Begriff „kybernetische Exoparasiten“ aus dem folgenden Interview mit Matthias Burchardt (Akademischer Rat an der Universität Köln) war zu schön, um ihn nicht als Titel dieses Beitrags zu verwenden. —

»Gegen den Algorithmus kann es kein Aufbegehren geben« / Gespräch mit Matthias Burchardt. ܜber den digitalen Angriff auf die Schulen, asoziale soziale Netzwerke und die Morgendämmerung des Maschinenmenschen (junge Welt)

Source: www.jungewelt.de/m/artikel/297633.gegen-den-algorithmus-kann-es-kein-aufbegehren-geben.html

Wer Ihren Namen im Internet sucht, erfährt, dass Sie Monsterologe sind, also so etwas wie ein Monster-Experte. An dieser Stelle sollen Sie vornehmlich als Pädagoge und Bildungsforscher gefragt sein, der hierzulande als einer von ganz wenigen Wissenschaftlern vor den Gefahren der »digitalen Medien« warnt, insbesondere vor deren ungebremstem Vordringen in das Bildungssystem – von den Kitas über die Schulen bis hinein in die Hochschulen. Sehen Sie gleichwohl Berührungspunkte zwischen beiden Forschungsfeldern?

In der Tat nimmt die Präsenz der digitalen Endgeräte monströse Ausmaße an. Wenn Sie mit offenen Augen in der U- Bahn sitzen, sehen Sie um sich herum ruhiggestellte Menschen, die von kybernetischen Exoparasiten kontrolliert werden. Manche dieser Invasoren schießen ihre weißen Tentakel in die Ohren der Menschen, andere bannen den Blick ihrer Wirte mit einem hypnotischen Leuchten an eine glänzende Oberfläche. Sie lassen sich streicheln und schmiegen sich an die warmen Körper, dabei regulieren sie die Aufmerksamkeit der Besiedelten, steuern ihr Verhalten, und wenn sie Hunger haben, versorgt sie der Wirt mit neuer Energie. Doch diese digitalen Schmarotzer wollen mehr als nur Strom, ihr Appetit gilt dem Leben der Wirte. Und sie pflanzen sich fort: Eltern stecken ihre Kinder an. Die Kinderzimmer sind längst befallen, und Kitas, Schulen und Universitäten entpuppen sich als wahre Inkubatoren der digitalen Brut, die einst die Herrschaft über die Lande des Menschen übernehmen wird. Ansonsten sehe ich keinen Zusammenhang zwischen den Forschungsfeldern.

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Profitable Schulen

Profitable Schulen: https://www.jungewelt.de/m/artikel/297536.profitable-schulen.html

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer Studie über die Jugend von heute ermittelt: »Die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ist zur bedeutendsten Freizeitbeschäftigung für sie geworden.« Demnach surft nahezu jeder 17jährige täglich durchs Internet, verkehrt in »sozialen Netzwerken«, chattet, shoppt und spielt mit Smartphone oder Tablet. Einer früheren Untersuchung zufolge opfern die Heranwachsenden dafür fast vier Stunden pro Tag, nicht wenige sind sogar pausenlos online. Was schließt das DIW aus den Zahlen? »Es besteht eine zu starke Kluft zwischen der Medienpräsenz der Jugendlichen in der Freizeit und dem Einsatz digitaler Medien in der Schule.« Darauf muss man erstmal kommen.

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Aufruf: Petition „Trojaner aus Berlin: Der Digitalpakt#D“ unterzeichnen

Auf der Seite der Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V. wurde ein Aufruf gestartet, der zum vom Bildungsministerium initiierten Digitalpakt sinnvolle Forderungen stellt und die Konsequenzen aufzeigt, die die unveränderte Umsetzung dieses Digitalpakts hätte.

Ein Beispiel:

Die Kosten für Hardware

Zum Mitrechnen: 5 Mrd. Euro geteilt durch 40.000 Schulen, verteilt über 5 Jahre sind ca. 25.000 Euro pro Schule und Jahr. Die tatsächlichen Kosten für benötigte Hardware liegen um ein vielfaches höher. In einer Studie für die Bertelsmann-Stiftung hat Andreas Breiter (Uni Bremen) zwei Szenarien berechnet. Beim ersten Szenario teilen sich fünf Schüler/innen einen Computer. Dabei entstehen für eine Schule durchschnittlicher Größe (750 Schüler) Kosten zwischen 70.000 Euro und 136.000 Euro pro Jahr. Soll jede Schülerin bzw. jeder Schüler ein eigenes Gerät bekommen, liegen die Kosten bereits zwischen 240.000 und knapp 350.000 Euro pro Jahr und Schule. Bundesweit entstehen so Kosten von 538 Mio. bis zu 2,62 Mrd. Euro pro Jahr, nur für Hardware. Darin sind weder die Kosten für Techniker und Updates oder Softwarelizenzen eingerechnet. Es sind weder Räume geheizt noch Lehrkräfte für den Einsatz ausgebildet oder bezahlt.  Nebenbei bürdet man den Ländern ein Vielfaches an Folgekosten für Techniker, Instandhaltung, Updates, Softwarelizenzen auf und greift damit indirekt auf Landesmittel zu.

Und das ist nur einer der Punkte.

Bitte unterzeichnen Sie hier!

Und abgesehen von „Computern und WLAN“?

Gestern haben wir den versprochenen Geldsegen für den von Kultusministerin Wanka angestrebten Digitalpakt mit dem Renovierungsstau an Schulen verglichen und festgestellt, dass ein Vielfaches dessen, was für „Computer und WLAN“ ausgegeben werden soll, nötig wäre, um die Gebäude baulich auf einen benutzbaren, aktuellen Stand zu bringen, und wir fragten nach Prioritäten.

Heute fragen wir nicht nach der Bausubstanz, sondern nach Inhalten.

Hat denn jede Schule eine gut ausgestattete Schulbibliothek, in der „echte“ Bücher ausgeliehen werden können um die Lesekompetenz der Schüler zu stärken? Mit ausreichenden Öffnungszeiten, die idealerweise länger sind als die oft üblichen zwei Schulstunden pro Woche, betreut von Eltern (meist Müttern) auf freiwilliger Basis?

Können naturwissenschaftliche Experimente in Zweier- bis Dreiergruppen in Fachräumen mit funktionierender Ausstattung durchgeführt werden?

Um den Schülern die Kernkompetenzen – Lesen, Schreiben, Rechnen – beizubringen, braucht es definitiv weder Computer noch WLAN – haben denn alle Schüler diese Kernkompetenzen, bevor sie zum ersten Mal mit den Computern arbeiten?
Ein Kind mit mangelndem Leseverständnis wird bei virtuell durchgeführten Experimenten Probleme haben, weil die Kernkompetenz „Lesen“ nicht ausreichend vorhanden ist. Lesen und Textverständnis lernt man aber nicht am Bildschirm.

Genausowenig begreift man die Welt, wenn man sie im virtuellen Raum betrachtet – ein Grundschüler muss z.B. die verschiedenen Blätter der Bäume wortwörtlich be-greifen, anfassen, betasten, spüren können, wie fühlen sich die Oberflächen an, wie groß oder klein ist das Blatt, wie ausgeprägt die Struktur? Das alles kann man nicht mit Lernprogrammen beibringen.

Sind genug Lehrer an der Schule, damit keine Stunden ausfallen müssen wenn die Erkältungswelle durchrauscht? Sich die Lehrer wirklich mit den Schülern beschäftigen können, und nicht mit deren Rechnern? Die Klassen klein genug, um eine ruhige Lernatmosphäre herzustellen, die Konzentration erst möglich macht?

So lange es an allen diesen Voraussetzungen hapert, braucht eine Schule keine Computer, sondern Geld für diese eigentlichen Selbstverständlichkeiten, die leider allzu oft schon „Luxus“ sind.