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Treasuremap / Schatzkarte der NSA

Bei der sog. Treasuremap geht es nicht um eine vergrabene Kiste Piratengold, sondern um Daten – heutzutage vermutlich sogar wertvoller als die Goldkiste.

Treasuremap ist ein Programm, eingesetzt hauptsächlich von amerikanischen und britischen Geheimdiensten, und es soll

den Spionen Zugriff auf die Netztechnik gewähren [soll[, darunter Router, also Rechner, die Datenverkehr regeln, und Kabel. Über diese können die Überwacher jedes einzelne Gerät, das irgendwie mit dem Internet verbunden ist, sichtbar machen. Das Überwachungssystem soll „nahezu in Echtzeit“ funktionieren […]
Quelle: Süddeutsche Zeitung

Auch das Netz der Telekom ist betroffen.

Wer mehr lesen möchte: Im Spiegel-Online Artikel zur Treasuremap sind unten die Links zu den originalen Quellen.

Gesichtserkennung, Iris-Scans, biometrischer Datenabgleich – Haben Sie auch Ihre Kinder so im Blick?

Den Ist-Zustand in den USA beschreibt dieser Artikel der Zeit – es werden recht wahllos Daten gesammelt, Bilder aus nicht näher genannten Quellen in diese Datenbanken integriert, und auf die Art kann jede(r) in das Fahndungsraster geraten ohne darüber überhaupt informiert zu werden.
Zitat:

In der Kritik steht ein Programm namens Next Generation Identification, kurz NGI. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des Integrated Automated Fingerprint Identification Systems (Iafis), das schon jetzt mehr als 100 Millionen Fingerabdrücke umfasst. Das NGI soll diese Datenbank ausbauen, und zwar mit weiteren biometrischen Daten: Es geht um Handflächen- und Iris-Scans, sowie eben um die Möglichkeit einer umfassenden Gesichtserkennung.

Alle Daten fließen in einer zentralen Datenbank zusammen, die von insgesamt 18.000 Strafverfolgungsbehörden auf lokaler, bundesstaatlicher und auf Bundesebene in den USA genutzt wird. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, könnte die Datenbank bis zum Jahr 2015 rund 52 Millionen Fotos zur Gesichtserkennung enthalten; 55.000 Bilder können pro Tag neu eingestellt werden, heißt es in der Pressemitteilung der EFF.

Langfristig wird diese Vorgehensweise dazu führen, dass jede(r) Einzelne von uns als mögliche(r) Kriminelle(r) angesehen und, bis zum Nachweis der Unschuld, als solche(r) behandelt wird. Das ist die Umkehr des rechtsstaatlichen Grundprinzips der Unschuldsvermutung.

Durch die Gesichterkennungssoftware können Internetseiten nach Fotos durchsucht und diese in die Datenbank einsortiert werden. Ohne dass der/die Betroffene davon überhaupt erfährt.
Und wann haben Sie das letzte Foto von sich und/oder Ihren Kindern bei Facebook, Instagram, Twitter oder einer anderen Plattform gepostet?

Spieleempfehlung – Papers, Please

Doch, es gibt auch Computerspiele die von uns eine Empfehlung bekommen.

„Papers, Please“ ist so eines.
Man ist Grenzbeamter eines totalitären Staates. Das Büro in dem man arbeitet, ist in einer geteilten Stadt. Täglich muss man entscheiden, ob man dieses Großmütterchen aus dem anderen Teil der Stadt seine Enkel in diesem Teil besuchen lässt, oder jenen Familienvater „von drüben“ zu seiner Arbeitsstelle, oder den Bauern mit seiner Ernte zum Markt. Oder vielleicht ist er gar kein Bauer sondern ein Terrorist der einen Anschlag verüben will?

Je mehr Personen man abfertigt, desto mehr verdient man. Macht man einen Fehler, wird einem der Lohn gekürzt. Den Lohn muss man dann abends aufteilen – Miete für die eigene Wohnung, Heizung und Essen für die Familie. Wurde zuwenig verdient, muss die Familie frieren oder hungern, oder gar beides.

Ruhig, ohne Action, zieht das Spiel einen doch in seinen Bann. Und selbst wer mit den besten Vorsätzen und humanitärsten Grundsätzen anfängt zu spielen, wird über kurz oder lang feststellen, dass seine Entscheidungen diesen Vorsätzen und Grundsätzen nicht gerecht werden bzw. direkt widersprechen.
Man wird zum Handlanger eines Regimes, ob man will oder nicht. Man stellt sein eigenes Wohlergehen und das seiner abhängigen Familienangehörigen sehr schnell über das Wohlergehen anderer Menschen, und verwandelt sich in einen unmenschlichen Bürokraten den man selbst nicht leiden kann.
Wir halten das Spiel für geeignet ab ca. 15/16 Jahren.

Und während man seine Beklemmung, die sich beim Spielen einstellt, vielleicht bei einer Lektüre der Tageszeitung abzuschütteln versucht, liest man dort dass die Bundesregierung – die ja nicht gerade als totalitäres Regime bekannt ist – grundsätzlich keine Menschen aus Syrien einreisen lässt. Und schon ist sie wieder da, die Beklemmung.

Ihr Smartphone als Datensammelstelle

Wissen Sie, was die Apps in Ihrem Smartphone (oder dem Ihrer Kinder oder Enkel) alles über Sie wissen?

Vermutlich nicht – wer liest schon die lange Liste der Berechtigungen, die eine App sich herausnimmt, bevor er sie installiert. Und selbst wenn man sie liest, besteht keine Möglichkeit, einzelne Punkte zu ändern oder ganz zu untersagen, also ist man gezwungen, zuzustimmen wenn man auf diese App nicht verzichten will.

Sehr sehr viele Apps erfassen zB. Ihren aktuellen Standort und möchten Ihre Kontakte auslesen. Warum eine Taschenrechner-App das wissen muss, sei dahingestellt.
Die facebook-App ist berechtigt, über einen direkten Zugriff auf den Kontenmanager Konten zu erstellen, zu löschen und Passwörter zu ändern. Sie kennt Ihren Standort, darf Telefonnummern ohne Ihr Eingreifen anrufen, die Kamera ohne Ihr Eingreifen zu nutzen und Bilder sowie Videos aufzunehmen – ohne dass Sie davon etwas mitbekommen – und genauso, Audioaufnahmen zu machen. Sie liest Ihr Anrufprotokoll und weiß, wen Sie wie häufig anrufen, wie lange die Gespräche dauern, und wer Sie anruft oder Ihnen Mails schickt. Ausserdem kann die facebook-App Ihre Kontakte ändern oder löschen.

Wozu all diese Zugriffsmöglichkeiten und Datensammeleien dienen, ist nicht ersichtlich. Vielleicht hat die NSA eine Antwort?

Mehr lesen in diesem Artikel der Frankfurter Allgemeinen – interessant sind auch die Leserkommentare.

Sieht Ihnen jemand zu, während Sie dies lesen?

Wenn noch nicht jetzt, dann vermutlich in Zukunft.

Alle Welt redet über die Überwachung des Internets und der weltweiten Kommunikation durch amerikanische Geheimdienste, und Meldungen wie diese gehen in der Empörung über “die Amis” elegant unter. Man könnte fast meinen, das wäre Absicht…..
Wobei die Argumente, warum der BND viel Geld braucht um ebenfalls die Kommunikation zu überwachen, irgendwie an die Argumentation von Kindern erinnern warum sie ein bestimmtes Spielzeug/Schuhe einer speziellen Marke/ein neues Handy unbedingt haben müssen: “Aber ALLE haben das, nur ich nicht!”

Wenn also die amerikanischen Geheimdienste die Privatsphäre und jeglichen Datenschutz missachten, muss der BND nachziehen können? Wird eine solche Entwicklung besser bzw. gerechtfertigt, wenn es alle machen?
Sicher nicht.