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Was machen Smartphones mit Kindern

…statt Was machen Kinder mit Smartphones?

Was eine Studie alles bewirken kann…. Sogar die Gamesbranche fragt sich, ob Manfred Spitzer etwa doch recht hat.
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BLIKK-Studie: Handy-Nutzung durch Kinder steigt rasant – GamesWirtschaft.de

Haben Mahner wie Manfred Spitzer doch Recht? Die „BLIKK-Studie“ der Bundesdrogenbeauftragten zeigt mögliche Folgen des Smartphone-Konsums bei Kindern.

Source: www.gameswirtschaft.de/politik/blikk-studie-2017-drogenbeauftragte-mortler/

Ergebnisse der BLIKK Studie 2017 vorgestellt

Übermäßiger Medienkonsum gefährdet Gesundheit von Kindern und Jugendlichen Drogenbeauftragte fordert mehr „€ždigitale Fürsorge“œ

Die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung stehen außer Frage.  Doch die Digitalisierung ist nicht ohne Risiko, zumindest dann, wenn der Medienkonsum außer Kontrolle gerät: Die Zahlen internetabhängiger Jugendlicher und junger Erwachsener steigen rasant – mittlerweile gehen Experten von etwa 600 000 Internetabhängigen und 2,5 Millionen problematischen Nutzern in Deutschland aus. Mit der heute vorgestellten BLIKK-Medienstudie werden nun auch die gesundheitlichen Risiken übermäßigen Medienkonsums für Kinder immer deutlicher. Sie reichen von Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys über Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis zu Konzentrationsstörungen im Grundschulalter. Wenn der Medienkonsum bei Kind oder Eltern auffallend hoch ist, stellen Kinder- und Jugendärzte weit überdurchschnittlich entsprechende Auffälligkeiten fest.

Source: www.drogenbeauftragte.de/presse/pressekontakt-und-mitteilungen/2017/2017-2-quartal/ergebnisse-der-blikk-studie-2017-vorgestellt.html

Marcel H: computer- und spielesüchtig

Und wieder jemand, bei dem Computer- und Internetsucht und Spielsucht in Verbindung mit einer wohl bereits vorhandenen Labilität zur Katastrophe führten.

Seit langem werden strengere Auflagen für die Computerspieleindustrie gefordert, bessere Früherkennung und Prävention von Abhängigkeit, mehr Therapiemöglichkeiten für Computersüchtige – bislang ergebnislos.
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Stellungnahme der Ermittler: Mutmaßlicher Täter von Herne soll aus Mordlust gehandelt haben – SPIEGEL ONLINE

Der mutmaßliche Kindsmörder von Herne soll seine beiden Opfer mit jeweils mehr als 50 Stichen getötet haben. Laut Staatsanwaltschaft hat der 19-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Es handele es sich um einen „in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen, gefährlichen und brutalen Täter“, sagte der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange. Das Motiv für den Kindsmord war demnach Mordlust; ein Sexualdelikt schließen die Ermittler aus.

Heße sei computer- und videospielsüchtig gewesen, sagte der Leiter der Mordkommission Bochum, Klaus-Peter Lipphaus. Er verhalte sich emotionslos und eiskalt in den Vernehmungen, rede aber viel.

Source: www.spiegel.de/panorama/justiz/herne-mutmasslicher-taeter-marcel-hesse-soll-aus-mordlust-gehandelt-haben-a-1138276.html

Studie: Computerspielsucht trifft vor allem Jungs

Das ist jetzt die wievielte Studie in wieviel Jahren mit demselben Ergebnis?
Wir schlagen vor, doch endlich mal Konsequenzen zu ziehen. —

Deutschland: Studie: Computerspielsucht trifft vor allem Jungs

Jungen im Teenie-Alter sind nach einer Krankenkassen-Studie besonders anfällig für Computerspielsucht. Kriterien dafür erfüllen in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit 8,4 Prozent der Jungen und jungen Männer zwischen 12 und 25 Jahren.

Source: www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.deutschland-studie-computerspielsucht-trifft-vor-allem-jungs.5c5b276a-c5f6-44bc-8348-86a1362ad570.html

Monetization oder, wie man mit „kostenlosen“ Spielen Geld verdient

Ausführlich und schon 2013 erklärt in diesem (englischsprachigen) Video:

Wobei Frau Greer auch 2013 nichts Neues erzählt hat – 2010 führte Herr Weidemann, Spieleentwickler, bereits im Detail aus, wie man Spieler bei Laune hält und sie zum Zahlen bringt.

GDC Europe: To Succeed In Free-To-Play, ‚Exploit Human Weaknesses‘

In a polar opposite of the recent PopCap talk , Teut Weidemann of Ubisoft’s Blue Byte studio says that the key to free-to-play success is to exploit human weakness. Essentially, find those areas in which players can be monetized, and go after that aggressively.

Source: www.gamasutra.com/view/news/120784/GDC_Europe_To_Succeed_In_FreeToPlay_Exploit_Human_Weaknesses.php

Hilfe bei Medienabhängigkeit

Hilfe bei Medienabängigkeit ist oft nicht leicht zu finden.

Im Ruhrgebiet (Dortmund) gibt es eine neue stationäre Anlaufstelle, getragen vom gemeinnützigen Malteser Hilfsdienst: auxilium ReLoaded die sich an Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren richtet.

 

Buchempfehlung: Internet- und Computersucht

herausgegeben von Christoph Möller, geschrieben von vielen, die aus diesem Gebiet arbeiten und nicht von der Branche finanziert werden – deshalb die unabhängigen Forschungsergebnisse…

Christoph Möller, Internet- und Computersucht

Ein vielfach geleugnetes und unterschätztes Thema. Dabei kann man bei richtiger Diagnose helfen.

Hier eine Rezension zum Buch!

Der Spiegel spielt – mit Verantwortung

Das aktuelle Spiegelheft titelt „Spielen macht klug“, und bezieht sich dabei ausschließlich auf elektronische Spiele am PC oder mobilen Endgerät.

Ein gutes Beispiel dafür, wo uns die drittmittelgesteuerte Forschung hinbringt bzw. die intransparente Auswahl bestimmter Studien und Aussagen – die nachweislich vorhandenen Suchtgefahren und finanziellen Risiken zB. bei den sog. free-to-play Spielen werden mit keinem Wort erwähnt.
Auch bei der Bewerbung von Zigaretten sieht man keine frierenden Gestalten in Rauchschwaden vor der Tür stehen. Ob es möglich sein wird, zwischen den Polen Dämonisierung oder Lobhudelei das Thema zu erörtern?

Bewegt sich was beim Jugendmedienschutz?

Die Redaktion des Spiegel Online berichtet in letzter Zeit hin und wieder kritisch über Spieletrends im Allgemeinen und Besonderen, was uns natürlich freut, da der Spiegel doch von etwas mehr Menschen gelesen wird als viele der „üblich kritischen“ Quellen.

Nachdem ein Journalist das neue GTA V getestet hatte und binnen 20 Stunden Spielzeit auf 636 getötete „Pixelmännchen“ (so nennt er die grafisch herausragend dargestellten dreidimensionalen Figuren) kam, schreibt jetzt ein anderer Autor, der eigentlich für ein Gamer-Magazin tätig ist, wieder bei Spiegel-Online über die Notwendigkeit eines Skandals aufgrund ständiger massiver Verletzungen elementarster Menschenrechte in Shootern – Zitat:

Heutige Militär-Shooter hätten es verdient, durch die Presse öfters skandalisiert zu werden, um so eine öffentliche Diskussion über den Inhalt der Spiele in Gang zu bringen. Es geht nicht um ein – vor allem in der Diskussion um „Killerspiele“ oft gehörtes – Verbot bestimmter Videospiele. Aber die in vielen Spielen zur Schau gestellten klaren Verbrechen gegen die Menschheit müssen als solche benannt und aufgezeigt werden. Heutige Militär-Shooter erklären weltweite Militärinterventionen, Folterungen und Exekutionen zur unhinterfragten, nützlichen und sogar gerechten Normalität. Dem Spieler werden die Methoden seiner virtuellen Protagonisten als vollkommen unproblematisch verkauft.

Wenn inzwischen sogar selbst erklärte „Gamer“ zu der Ansicht kommen dass es reicht mit der Gewaltdarstellung, dass Jugendlichen genug zugemutet worden ist, dass es bedenklich ist wenn – wir zitieren erneut

die Gegner in den Spielen gegen elementare Rechte verstoßen und dies vom Spiel nicht kommentiert wird […..]. Wenn aber auch die eigene Seite jedes Menschen- und Kriegsrecht mit Füßen tritt, ohne dass dies auch nur irgendwie kritisch als Fehlverhalten angemerkt wird, werden solche Methoden und Handlung zur unhinterfragten Norm erklärt.

dann besteht zumindest eine kleine Aussicht auf Hoffnung, dass dies in den Köpfen einiger Leser ein Umdenken, oder vielleicht auch ein erstmaliges bewußtes Nachdenken, über den Inhalt einiger Spiele bewirken kann. Dies kommt jetzt gerade zur vorweihnachtlichen Geschenkewerbezeit, und wir freuen uns über jeden Minderjährigen, der aufgrund dieser Berichterstattung solche Spiele nicht auf dem Gabentisch findet.

 

„Spieletipps to go“

Die Seite Internet-ABC gibt es schon länger, und sie bewirbt Spiele für Kinder. Ob PC, Konsole oder Online, beworben werden sie alle, ein Verriss war auf der Seite nicht aufzufinden.

Für Kinder ab 6 Jahren werden zB Spiele empfohlen wie „Der Puppenspieler„, das es erst ab Mitte September im Handel gibt. Trotzdem ist es „Spiel des Monats“ für den August und bekam es bereits die bestmögliche Bewertung mit 5 Sternen? Offensichtlich kann man beim Internet-ABC also hellsehen.
Ob solche Bilder für Sechsjährige geeignet sind?

 

 

 

 

 

 

 

Oder die Beurteilung eines Rennspiels namens „Insane 2“  – Zitat:

Wenn du auf Rasereien in rauem Gelände stehst, bei denen du die Gegner rammen musst um zu gewinnen, bist du hier genau richtig.

Auch dieses Spiel bekommt man angezeigt, wenn man die Vorfilterung auf „ab 6 Jahre“ stellt. Dass die Redaktion ein zweites Feld mit eigener Alterseinschätzung hat, und dieses Spiel hier „ab 10“ empfohlen wird, erschließt sich nur, wenn man gezielt danach sucht.

Jetzt gibt es ganz neu, und pünktlich zur GamesCom, eine kostenlose App, mit der die Spielebewertungen auch auf die Schnelle vom Smartphone aus eingesehen werden kann. Somit muss man für seine Kaufempfehlungen gar nicht mehr zuhause recherchieren, abwägen und sich Gedanken machen, sondern kann sein Gewissen gleich vor Ort beim Griff ins Regal beruhigen.

Auch auf der GamesCom ist das Internet-ABC mit einem Stand vertreten. Zitat von der Webseite:

Kennen Sie „Dante“? Können Sie mit dem Begriff „bashen“ etwas anfangen? Nein? Dann empfehlen wir den Besuch der gamescom, der größten Spielemesse Europas.

Die Auflösung:

„Dante“ ist eine Figur aus dem Spiel DMC „Devil May Cry“ und „bashen“ steht für „Gegner besiegen oder vernichtend schlagen“.

Gehört das also zur Allgemeinbildung, die Eltern heute brauchen? Muss, wer das  nicht weiss, sich schnellstmöglich auf einer Messe informieren, um diese Bildungslücke zu schließen? Das erwähnte Spiel ist in Deutschland übrigens ab 16 freigegeben, in den USA ab 17 mit diesem Kennzeichen

und es ist immerhin nicht in den Spieletipps des Internet-ABC enthalten – weil der Filter maximal nur auf „ab 12 Jahre“ eingestellt werden kann. Die USK-Freigabe ab 16 kommt im Spielefilter also gar nicht mehr vor – sind die Macher des Internet-ABC etwa überzeugt, dass 16jährige keine elterliche Begleitung beim Spielekauf mehr brauchen? Oder haben sie die Hoffnung aufgegeben und unterscheiden erst gar nicht zwischen Freigaben ab 16 und 18?

Unser Fazit: Äußerst fragwürdig.

GamesCom 2013 in Köln

Die Spielemesse GamesCom 2013 findet seit gestern in Köln statt – 5 Tage lang treffen sich Hersteller, die ihre neue Hard- und Software vorstellen wollen, mit Händlern und Endkunden, die sich die Neuheiten ansehen möchten, die es teilweise erst später (pünktlich zum Weihnachtsgeschäft….) zu kaufen geben wird.

Der gestrige erste Tag war den Fachbesuchern vorenthalten, ab heute sind die Messehallen für alle Interessierten geöffnet, und die Presse berichtet treu und brav das, was Ihnen die Hersteller als Textbausteine fertig geliefert haben. Viel ist die Rede vom „Krieg der Konsolen“ zwischen Microsoft, Sony und Nintendo – bei dem der Verbraucher mit seiner Kaufentscheidung gleichzeitig „kriegsentscheidend“ wird. Alleine das Vokabular lässt einen gruseln.

Der Bereich der Onlinespiele wächst, Free-to-play / Freemium ist nach wie vor ein rasant wachsender Markt mit dem viel Umsatz gemacht wird, und hier müssen Eltern aufpassen:
Es gibt für Onlinespiele keine zuverlässige Altersbeurteilung! Kann bei Konsolen- oder Computerspielen mit einem kurzen Blick auf die Alterskennzeichen auf der Packung zumindest eine grobe Einordnung vorgenommen werden (zu der allerdings immer noch einige Jahre addiert werden sollten – die Grenzen werden von den Herstellern selbst vergeben und sind entsprechend mit Vorsicht zu betrachten), gibt es das für die Onlinespiele nicht.
Das heißt für Eltern, dass sie ein besonderes Augenmerk darauf haben sollten was ihre Kinder online spielen, möglichst dabei sind wenn ein neues Spiel begonnen wird, und im Gespräch mit ihren Kindern klären und auch er-klären, was das Kind spielen darf, und was nicht.