Schlagwort-Archive: Rollenspielsucht

Und keiner redet vom Militär

Dieser Satz aus dem untenstehenden Artikel des Tagesspiegel ist entlarvend:

Die stellvertretende Game-Vorsitzende Linda Breitlauch verweist darauf, welches Potenzial Computerspiele für den Technologietransfer bieten. „Ein Beispiel sind Game-Engines“, sagt Breitlauch. „Mittlerweile werden Game-Engines auch von anderen Industrien genutzt, etwa Architektur und Medizin.“

Vor allem – und das schon recht lange – werden Game-Engines vom Militär genutzt, teilweise unterscheiden sich Trainingsprogramme für Soldaten kaum von Computerspielen.

Aber das ist natürlich weniger positiv besetzt als „Architektur und Medizin“……
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Angela Merkel entdeckt die Gameswelt

Die Kölner Spielemesse Gamescom ist in diesem Wahljahr so politisch wie nie zuvor. Sogar die Kanzlerin kommt erstmals.

Source: www.tagesspiegel.de/wirtschaft/die-gamescom-startet-angela-merkel-entdeckt-die-gameswelt/20218400.html

Was machen Smartphones mit Kindern

…statt Was machen Kinder mit Smartphones?

Was eine Studie alles bewirken kann…. Sogar die Gamesbranche fragt sich, ob Manfred Spitzer etwa doch recht hat.
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BLIKK-Studie: Handy-Nutzung durch Kinder steigt rasant – GamesWirtschaft.de

Haben Mahner wie Manfred Spitzer doch Recht? Die „BLIKK-Studie“ der Bundesdrogenbeauftragten zeigt mögliche Folgen des Smartphone-Konsums bei Kindern.

Source: www.gameswirtschaft.de/politik/blikk-studie-2017-drogenbeauftragte-mortler/

Ergebnisse der BLIKK Studie 2017 vorgestellt

Übermäßiger Medienkonsum gefährdet Gesundheit von Kindern und Jugendlichen Drogenbeauftragte fordert mehr „€ždigitale Fürsorge“œ

Die Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung stehen außer Frage.  Doch die Digitalisierung ist nicht ohne Risiko, zumindest dann, wenn der Medienkonsum außer Kontrolle gerät: Die Zahlen internetabhängiger Jugendlicher und junger Erwachsener steigen rasant – mittlerweile gehen Experten von etwa 600 000 Internetabhängigen und 2,5 Millionen problematischen Nutzern in Deutschland aus. Mit der heute vorgestellten BLIKK-Medienstudie werden nun auch die gesundheitlichen Risiken übermäßigen Medienkonsums für Kinder immer deutlicher. Sie reichen von Fütter- und Einschlafstörungen bei Babys über Sprachentwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis zu Konzentrationsstörungen im Grundschulalter. Wenn der Medienkonsum bei Kind oder Eltern auffallend hoch ist, stellen Kinder- und Jugendärzte weit überdurchschnittlich entsprechende Auffälligkeiten fest.

Source: www.drogenbeauftragte.de/presse/pressekontakt-und-mitteilungen/2017/2017-2-quartal/ergebnisse-der-blikk-studie-2017-vorgestellt.html

Marcel H: computer- und spielesüchtig

Und wieder jemand, bei dem Computer- und Internetsucht und Spielsucht in Verbindung mit einer wohl bereits vorhandenen Labilität zur Katastrophe führten.

Seit langem werden strengere Auflagen für die Computerspieleindustrie gefordert, bessere Früherkennung und Prävention von Abhängigkeit, mehr Therapiemöglichkeiten für Computersüchtige – bislang ergebnislos.
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Stellungnahme der Ermittler: Mutmaßlicher Täter von Herne soll aus Mordlust gehandelt haben – SPIEGEL ONLINE

Der mutmaßliche Kindsmörder von Herne soll seine beiden Opfer mit jeweils mehr als 50 Stichen getötet haben. Laut Staatsanwaltschaft hat der 19-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Es handele es sich um einen „in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen, gefährlichen und brutalen Täter“, sagte der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange. Das Motiv für den Kindsmord war demnach Mordlust; ein Sexualdelikt schließen die Ermittler aus.

Heße sei computer- und videospielsüchtig gewesen, sagte der Leiter der Mordkommission Bochum, Klaus-Peter Lipphaus. Er verhalte sich emotionslos und eiskalt in den Vernehmungen, rede aber viel.

Source: www.spiegel.de/panorama/justiz/herne-mutmasslicher-taeter-marcel-hesse-soll-aus-mordlust-gehandelt-haben-a-1138276.html

Studie: Computerspielsucht trifft vor allem Jungs

Das ist jetzt die wievielte Studie in wieviel Jahren mit demselben Ergebnis?
Wir schlagen vor, doch endlich mal Konsequenzen zu ziehen. —

Deutschland: Studie: Computerspielsucht trifft vor allem Jungs

Jungen im Teenie-Alter sind nach einer Krankenkassen-Studie besonders anfällig für Computerspielsucht. Kriterien dafür erfüllen in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit 8,4 Prozent der Jungen und jungen Männer zwischen 12 und 25 Jahren.

Source: www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.deutschland-studie-computerspielsucht-trifft-vor-allem-jungs.5c5b276a-c5f6-44bc-8348-86a1362ad570.html

Bewegt sich was beim Jugendmedienschutz?

Die Redaktion des Spiegel Online berichtet in letzter Zeit hin und wieder kritisch über Spieletrends im Allgemeinen und Besonderen, was uns natürlich freut, da der Spiegel doch von etwas mehr Menschen gelesen wird als viele der „üblich kritischen“ Quellen.

Nachdem ein Journalist das neue GTA V getestet hatte und binnen 20 Stunden Spielzeit auf 636 getötete „Pixelmännchen“ (so nennt er die grafisch herausragend dargestellten dreidimensionalen Figuren) kam, schreibt jetzt ein anderer Autor, der eigentlich für ein Gamer-Magazin tätig ist, wieder bei Spiegel-Online über die Notwendigkeit eines Skandals aufgrund ständiger massiver Verletzungen elementarster Menschenrechte in Shootern – Zitat:

Heutige Militär-Shooter hätten es verdient, durch die Presse öfters skandalisiert zu werden, um so eine öffentliche Diskussion über den Inhalt der Spiele in Gang zu bringen. Es geht nicht um ein – vor allem in der Diskussion um „Killerspiele“ oft gehörtes – Verbot bestimmter Videospiele. Aber die in vielen Spielen zur Schau gestellten klaren Verbrechen gegen die Menschheit müssen als solche benannt und aufgezeigt werden. Heutige Militär-Shooter erklären weltweite Militärinterventionen, Folterungen und Exekutionen zur unhinterfragten, nützlichen und sogar gerechten Normalität. Dem Spieler werden die Methoden seiner virtuellen Protagonisten als vollkommen unproblematisch verkauft.

Wenn inzwischen sogar selbst erklärte „Gamer“ zu der Ansicht kommen dass es reicht mit der Gewaltdarstellung, dass Jugendlichen genug zugemutet worden ist, dass es bedenklich ist wenn – wir zitieren erneut

die Gegner in den Spielen gegen elementare Rechte verstoßen und dies vom Spiel nicht kommentiert wird […..]. Wenn aber auch die eigene Seite jedes Menschen- und Kriegsrecht mit Füßen tritt, ohne dass dies auch nur irgendwie kritisch als Fehlverhalten angemerkt wird, werden solche Methoden und Handlung zur unhinterfragten Norm erklärt.

dann besteht zumindest eine kleine Aussicht auf Hoffnung, dass dies in den Köpfen einiger Leser ein Umdenken, oder vielleicht auch ein erstmaliges bewußtes Nachdenken, über den Inhalt einiger Spiele bewirken kann. Dies kommt jetzt gerade zur vorweihnachtlichen Geschenkewerbezeit, und wir freuen uns über jeden Minderjährigen, der aufgrund dieser Berichterstattung solche Spiele nicht auf dem Gabentisch findet.

 

Kriminelle Karriere jetzt auch online möglich

Das Spiel Grand Theft Auto (GTA) ist seit Erscheinen umstritten.
Ziel des Spieles ist, eine Verbrecherkarriere zu starten und in der Hierarchie möglichst weit aufzusteigen, wofür Polizisten und Konkurrenten ermordet werden müssen, Banken überfallen, Mitstreiter verprügelt, bei den Autorennen regelmäßig Passanten gefährdet werden und fremdes Eigentum beschädigt oder zerstört.
Die Spielpersonen sind zumeist männlich, Frauen sind immer sexy und meist Trophäe,

Dieses Spiel gewinnt trotzdem „Spiel des Jahres“ Auszeichnungen, was zu der Annahme verleitet, es wäre eine nette Unterhaltung für den Nachwuchs, sonst bekäme es ja keine Preise, oder? Falsch.
Solche Auszeichnungen werden in mehreren Kategorien, unter anderem auch für das reine Spieldesign und die grafischen Effekte, verliehen und eine Auszeichnung für die Grafik heißt eben nur, dass die grafischen Effekte gut sind, nicht dass das Spiel an sich in irgendeiner Hinsicht empfehlenswert wäre!
3-D-Effekte bei Autorennen sind sicherlich nett anzusehen, aber 3-D-Effekte bei Prostitution, Drogenhandel, Totschlag sind eher nichts, was man in die Familie bringen möchte.

Jetzt wurde die Online-Variante vorgestellt, die einen Vorgeschmack auf die Vollversion des neuen Grand Theft Auto 5 geben soll. Zitat aus dem verlinkten Artikel:

Mit vielen liebevollen, kleinen Ideen hat Rockstar Games den fünften Teil der Serie aufgehübscht. Kleinigkeiten wie die Anpassung der Umwelt an den Geräuschpegel des Spielers sollen helfen, die Spieler möglichst lange bei Laune zu halten. Der Spieler überfällt zum Beispiel mit bis zu 16 Spielern eine Bank. Er kann regeln, wie laut er das Geld vom Bankangestellten fordert. Tut er das mit der Stimme eines Mäuschens, wird er nicht viel Erfolg haben.

„Liebevolle kleine Ideen“ sind es also, wie zB die Bankangestellten anzubrüllen wenn man sie überfällt???
Wir können nur kopfschüttelnd abraten.

Kann ihr Kind nicht aufhören?

Wenn ihr Kind

  • sich vor dem Computer abkapselt
  • mit Leuten chattet die es noch nie gesehen hat, und darüber seine realen Freunde vernachlässigt
  • regelmäßig stundenlang spielt
  • aus der Spielewelt nur noch sporadisch auftaucht
  • agressiv wird, wenn Sie bitten, doch jetzt den Computer auszumachen
  • mit seinem Smartphone verwachsen zu sein scheint
  • alltägliche Pflichten vernachlässigt

….
dann sollten bei Ihnen die Alarmglocken läuten.

Die Zahl der Internet- und/oder Spielsüchtigen Kinder und Jugendlichen wächst, und mit den mobilen Endgeräten wird es immer einfacher, immer und überall online zu sein.

Ein Informations- und Selbsthilfeportal zur Onlinesucht bzw. Rollenspielsucht von Eltern für Eltern ist diese Seite, auf der Sie viele Informationen und Hilfsangebote gebündelt vorfinden.

Wir wünschen Ihnen, dass Ihre Familie nie betroffen ist.