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Ihr Smartphone beeinträchtigt ihr Denkvermögen

Eine Studie der Universität Chicago (Originaltext, auch als pdf, hier) weist nach dass die Anwesenheit eines Smartphone das Denkvermögen beeinträchtigen – alleine weil es da ist.

Für die beiden Testreihen wurden die Probanden gebeten, ihr Smartphone entweder stummgeschaltet mit Display nach unten vor sich auf den Tisch zu legen, oder es (ebenfalls stumm) in ihrer Tasche zu lassen, oder es im Nebenraum liegen zu lassen.

Dann wurden ihre kognitiven Fähigkeiten getestet.
Wer das Telefon auf dem Tisch liegen hatte, hatte die mit Abstand schlechtesten Werte. Telefon in der Tasche führte zu etwas besserem Abschneiden, das Telefon in einem anderen Raum zu vergleichsweise guten Werten.

Als Grund dafür wird angegeben, dass sich ein Teil des Gehirns immer unbewußt mit dem Smartphone beschäftigt, man will nachgucken, und je mehr es in Reichweite ist, desto stärker.

Fazit also: für gute Konzentration auf eine Aufgabe, Telefon möglichst ausgeschaltet und außer Reichweite lassen – es lenkt auch dann ab, wenn man das Display nicht sieht. Je weiter entfernt desto besser.
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Your Smartphone Is Making You Stupid

You lock yourself in a study room on the second floor of your college’€™s library, surrounded by dusty tomes and people who just love making out, and proceed to work on your graduate thesis. Unfortunately, you didn’€™t get rid of the biggest distraction to your studying: your smartphone. Turning it off might keep you from being distracted, but you’€™re better off throwing it out the window.

Source: lifehacker.com/your-smartphone-is-making-you-stupid-1796449887

Schnelle Oberflächen, träge Bildung

Ein sehr kluger Artikel von Roland Reichenbach aus der Neuen Züricher Zeitung zum Thema Neue Medien in der Schule:

Zitat:

Lernt ein Kind sprechen, später noch lesen und schreiben, ist es aufgenommen in der Kultur der Sprachsymbole, für die es lebenslänglich einstehen wird und mit welcher es sein Welt- und Selbstverständnis immer weiter differenzieren und dasselbe ausdrücken lernt. Die Arbeit am Ausdruck ist Bildung. Ihre Voraussetzung ist die Eindrucksfähigkeit, und um diese zu stärken bzw. nicht verwelken zu lassen, sind Lehrmittel in fast allen Bereichen des Wissens und Könnens unabdingbar. Doch die Eindrucksfähigkeit und Bildsamkeit des Kindes muss heute auch geschützt werden. Die Tugend des Sehens, der konzentrierten Schau, lernte man wahrscheinlich eher noch beim mühsamen Abzeichnen eines ausgestopften Vogels als mit Hilfe der hektischen und zahlreichen Bilder digitaler Medien, die ja auch die kindliche Lebenswelt mittlerweile dominieren.

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