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Interview mit Sabine Schiffer in der taz

In der taz erschien ein Interview mit Dr. Sabine Schiffer – die Rolle der Gewalt in Computerspielen, die Auswirkungen auf Politik, Medien und Alltag, Einflüsse der Spieleindustrie, Medienbildung in Schule und Elternhaus, und vieles andere mehr. Lesenswert!

Google-Zufallstreffer

Eine Google-Recherche zu einem anstehenden Vortrag des Instituts für Medienverantwortung über „Medien und Vorurteile anhand der Berichterstattung über Prostitution“ brachte auf Platz 1 der Trefferliste etwas Unvorhergesehenes, nämlich diese Seite eines Wikis über die GTA-Spielereihe: http://de.gta.wikia.com/wiki/Prostituierte und der erste Absatz ist schon zum Ko…en

Prostituierte kommen seit GTA III in jedem Teil vor. Man kann sie den gesamten Tag über – jedoch nachts am häufigsten – meistens auf viel befahrenden Straßen (z.B.: auf dem Strip/ Las Venturas oder im Konferenzzentrum/ Los Santos), aber auch in von Drogenhandel und Korruption geleiteten Stadtvierteln (z.B.: Idlewood, East Los Santos oder Ganton inkl. Grove Street) antreffen, wo sie ihren Service anbieten. Prostituierte können die Gesundheit verbessern, bis zu 100% (in Vice City und GTA III sogar um bis zu 25% höher!), aber das kostet Geld. Wenn man will, kann man die Prostituierte nach dem sie fertig ist umbringen und ihr das Geld abnehmen.

Und in diesem Ton geht es weiter. Die Frauen sind Objekte, werden benutzt und danach kann man sie töten um sich ihr Geld zu holen.

Uns ist übel.

Bewegt sich was beim Jugendmedienschutz?

Die Redaktion des Spiegel Online berichtet in letzter Zeit hin und wieder kritisch über Spieletrends im Allgemeinen und Besonderen, was uns natürlich freut, da der Spiegel doch von etwas mehr Menschen gelesen wird als viele der „üblich kritischen“ Quellen.

Nachdem ein Journalist das neue GTA V getestet hatte und binnen 20 Stunden Spielzeit auf 636 getötete „Pixelmännchen“ (so nennt er die grafisch herausragend dargestellten dreidimensionalen Figuren) kam, schreibt jetzt ein anderer Autor, der eigentlich für ein Gamer-Magazin tätig ist, wieder bei Spiegel-Online über die Notwendigkeit eines Skandals aufgrund ständiger massiver Verletzungen elementarster Menschenrechte in Shootern – Zitat:

Heutige Militär-Shooter hätten es verdient, durch die Presse öfters skandalisiert zu werden, um so eine öffentliche Diskussion über den Inhalt der Spiele in Gang zu bringen. Es geht nicht um ein – vor allem in der Diskussion um „Killerspiele“ oft gehörtes – Verbot bestimmter Videospiele. Aber die in vielen Spielen zur Schau gestellten klaren Verbrechen gegen die Menschheit müssen als solche benannt und aufgezeigt werden. Heutige Militär-Shooter erklären weltweite Militärinterventionen, Folterungen und Exekutionen zur unhinterfragten, nützlichen und sogar gerechten Normalität. Dem Spieler werden die Methoden seiner virtuellen Protagonisten als vollkommen unproblematisch verkauft.

Wenn inzwischen sogar selbst erklärte „Gamer“ zu der Ansicht kommen dass es reicht mit der Gewaltdarstellung, dass Jugendlichen genug zugemutet worden ist, dass es bedenklich ist wenn – wir zitieren erneut

die Gegner in den Spielen gegen elementare Rechte verstoßen und dies vom Spiel nicht kommentiert wird […..]. Wenn aber auch die eigene Seite jedes Menschen- und Kriegsrecht mit Füßen tritt, ohne dass dies auch nur irgendwie kritisch als Fehlverhalten angemerkt wird, werden solche Methoden und Handlung zur unhinterfragten Norm erklärt.

dann besteht zumindest eine kleine Aussicht auf Hoffnung, dass dies in den Köpfen einiger Leser ein Umdenken, oder vielleicht auch ein erstmaliges bewußtes Nachdenken, über den Inhalt einiger Spiele bewirken kann. Dies kommt jetzt gerade zur vorweihnachtlichen Geschenkewerbezeit, und wir freuen uns über jeden Minderjährigen, der aufgrund dieser Berichterstattung solche Spiele nicht auf dem Gabentisch findet.

 

Kriminelle Karriere jetzt auch online möglich

Das Spiel Grand Theft Auto (GTA) ist seit Erscheinen umstritten.
Ziel des Spieles ist, eine Verbrecherkarriere zu starten und in der Hierarchie möglichst weit aufzusteigen, wofür Polizisten und Konkurrenten ermordet werden müssen, Banken überfallen, Mitstreiter verprügelt, bei den Autorennen regelmäßig Passanten gefährdet werden und fremdes Eigentum beschädigt oder zerstört.
Die Spielpersonen sind zumeist männlich, Frauen sind immer sexy und meist Trophäe,

Dieses Spiel gewinnt trotzdem „Spiel des Jahres“ Auszeichnungen, was zu der Annahme verleitet, es wäre eine nette Unterhaltung für den Nachwuchs, sonst bekäme es ja keine Preise, oder? Falsch.
Solche Auszeichnungen werden in mehreren Kategorien, unter anderem auch für das reine Spieldesign und die grafischen Effekte, verliehen und eine Auszeichnung für die Grafik heißt eben nur, dass die grafischen Effekte gut sind, nicht dass das Spiel an sich in irgendeiner Hinsicht empfehlenswert wäre!
3-D-Effekte bei Autorennen sind sicherlich nett anzusehen, aber 3-D-Effekte bei Prostitution, Drogenhandel, Totschlag sind eher nichts, was man in die Familie bringen möchte.

Jetzt wurde die Online-Variante vorgestellt, die einen Vorgeschmack auf die Vollversion des neuen Grand Theft Auto 5 geben soll. Zitat aus dem verlinkten Artikel:

Mit vielen liebevollen, kleinen Ideen hat Rockstar Games den fünften Teil der Serie aufgehübscht. Kleinigkeiten wie die Anpassung der Umwelt an den Geräuschpegel des Spielers sollen helfen, die Spieler möglichst lange bei Laune zu halten. Der Spieler überfällt zum Beispiel mit bis zu 16 Spielern eine Bank. Er kann regeln, wie laut er das Geld vom Bankangestellten fordert. Tut er das mit der Stimme eines Mäuschens, wird er nicht viel Erfolg haben.

„Liebevolle kleine Ideen“ sind es also, wie zB die Bankangestellten anzubrüllen wenn man sie überfällt???
Wir können nur kopfschüttelnd abraten.