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Digitalmantra….

… so nennt Gerald Lembke den allgegenwärtigen Ruf nach der möglichst schnellen und umfassenden Digitalisierung der Schulen.

Dass die beteiligten Firmen weniger das Gemeinwohl als vielmehr ihre ganz konkreten Umsatzzahlen im Blick haben, sagen wir schon lange.

Und inzwischen scheint diese Erkenntnis auch anderen zu kommen, wie man am heutigen und auch dem morgigen Beitrag sehen kann.
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IT-Lobbyisten in den Klassenzimmern

IT-Lobbyisten in den Klassenzimmern

Viele können es nicht mehr hören: Der Ruf nach der digitalen Bildung in den Schulen ist mittlerweile Kernthema in politischen Wahlkämpfen sowie auf den einschlägigen Lobby-Messen für die Aus- und Weiterbildung.

Die Personengruppen, die am meisten vom Digitalmantra genervt sind, sind die Lehrer und die Schüler selber. Denn auf deren Rücken tanzen Politiker und IT-Lobbyisten einen seltsamen Tanz, allen voran Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Wirtschafts- und Parteiorganisationen in den Ländern. Der Tanz heißt: „Aufrüstung und digitale Mobilmachung von Kitas und Schulen“. Das Leben von Lehrern und Schülern soll mit digitalen Medien und Medientechnik vereinfacht, ja sogar verbessert werden.

Source: www.sueddeutsche.de/bildung/schule-it-lobbyisten-machen-vor-den-klassenzimmern-nicht-halt-1.3663067

Wenn Firmengelder die Forschung finanzieren

Was wir im Buch schon belegten, wird vom Verein Mediengewalt.eu in ihrem neuesten Blogeintrag mal wieder bestätigt und aktuell nachgewiesen:
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Thinkstock by Getty Images

Interessenvermischungen zwischen Industrie und Forschung – wenn Geld wichtiger ist als Wissenschaft

LobbyControl nimmt in seinem Sonder-Newsletter vom 14. Juli 2017 das Buch von Prof. Christian Kreiß über „Gekaufte Forschung“ (Kreiß, Christian 2015: Gekaufte Forschung – Wissenschaft im Dienst der Konzerne – Irrweg Drittmittelforschung. EUROPA VERLAG Berlin-München-Wien. ISBN: 978-3-944305-72-1) zum Anlass, auf den Einfluss von Konzernen auf Wissenschaft und Hochschulen aufmerksam zu machen. Denn Kreiß geht auf der Basis akribischer Recherchen davon aus, dass mittlerweile der Großteil der Forschung in Deutschland von der Industrie beeinflusst ist. Er stellt die Frage, ob die öffentliche Mission der Hochschulen noch gewährleistet sei. Als zentrales Problem gilt nach Kreiß: wer mit „Drittmitteln Forschung betreibe verliere seine Unabhängigkeit“ denn „geforscht wird, was Geld bringt“.

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Wenn sich Defizite fortsetzen

Die jetzigen Abiturienten kommen mit mangelnder Medienkompetenz und Nachrichtenkompetenz u.v.m. aus der Schule. Studieren sie dann z.B. auf Lehramt, werden auch im Studium diese teilweise eklatanten Wissenslücken nicht ausreichend beseitigt – und so werden sie an die nächste Generation Schüler weitergegeben.
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Angehende Lehrer – Zu wenig Nachrichtenkompetenz

Laut einer Studie der TU Dresden spielt der Umgang mit Journalismus im Lehramtsstudium kaum eine Rolle. Das muss sich dringend ändern, meint der Kommunikationswissenschaftler Lutz Hagen.

Source: www.deutschlandfunk.de/angehende-lehrer-zu-wenig-nachrichtenkompetenz.2907.de.html?dram:article_id=388008

Ihr Smartphone als Datensammelstelle – Teil 2

Ihr Smartphone hat eine Ortungsfunktion via GPS eingebaut, so dass es immer Bescheid weiß wo Sie sich gerade befinden. Außerdem sucht es vermutlich automatisch nach WLAN Netzen in Ihrer Umgebung, die von Google im Rahmen der Streetview-Erfassung ebenfalls registriert wurden. Diese Ortungsmöglichkeiten können Ihnen nicht nur den Weg von A nach B erleichtern und/oder das Wetter maßgeschneidert vorhersagen, es ermöglicht auch Rückschlüsse auf Ihr Leben:
Wo halten Sie sich tagsüber auf? (Arbeitsstelle, Schule?) und wo abends? (da wohnen Sie)
Gehen Sie ohne Umwege von Arbeit/Schule nach Hause, oder machen Sie Abstecher? Wohin?
Wo kaufen Sie ein – Discounter, Feinkostgeschäft, Bioladen?
Was machen Sie am Wochenende? (Shopping- oder Bergtouren?)

All dies wird mitprotokolliert – ihr Handy weiß unter Umständen mehr über Sie als Ihre engsten Familienangehörigen, und ziemlich sicher mehr, als Sie es je wissen lassen wollten.

Sehen Sie plötzlich Werbung für Outdoorbekleidung im Handybrowser? Dann waren Sie vielleicht kürzlich irgendwo bei schlechtem Wetter in unwegsamem Gelände unterwegs?
Wenn Sie sich mehr im Bio- und Feinkostgeschäft aufhalten als bei Discountern, lässt das Schlüsse auf Ihre finanziellen Verhältnisse zu, die die Werbeindustrie ebenfalls interessant finden dürfte.
Ihr Handy wird Ihnen gestohlen? Praktischerweise hat der Dieb mit Ihrem Bewegungsprofil auch gleich den Überblick, wann Sie zuhause sein dürften und wann er dort ungestört sein dürfte.

Das nächste Apple iOS Update wird die Funktion des Bewegungsprofils („Häufige Orte“ genannt) integriert haben, Android Handys haben den „Standortverlauf“ schon länger und teilen die Informationen regelmässig mit Google.

Ganz perfide wird es dann mit Apps wie Familonet oder Finde mein Handy, die schon bei der Überwachung der Familienmitglieder ein mulmiges Gefühl hinterlassen. Was machen Sie aber, wenn zum Beispiel ihr Chef Sie auffordert, ihr Team als „Familie“ einzurichten und alle Bewegungsprofile der Teammitglieder an ihn zu schicken? Hier werden Grenzen niedergerissen, die so schnell nicht mehr errichtet werden können wenn sie einmal gefallen sind.

Weiterführende Informationen – auch dazu, wie sich diese Überwachung abstellen lässt – finden Sie zB. auf der Webseite handysektor.de, die sich vor allem an Jugendliche richtet,  besonders die Seiten hier und hier.

Erwachsene lesen vielleicht lieber auf teltarif nach, wie Datenschutz bei Ihrem Betriebssystem funktioniert und wie man Daten wirklich löschen kann.