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Mediengewalt und Rechtsradikalismus

Angesichts der aktuellen Rechtsverschiebung in den Diskursen, ausufernder Gewalt bis hin zum Mord an Politikern und dem nahenden Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, erinnern wir an einen Vortrag von Dr. Rudolf Weiß zu seiner Forschung, was besonders rechtsradikales Gedankengut im Jugendalter begünstigt.

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Aktualisiertes Resümee zum Vortrag
GEWALTMEDIEN UND RECHTSRADIKALE EINSTELLUNG VON JUGENDLICHEN ODER „WIE KOMMT DAS NUR IN DIESE KÖPFE REIN?“

Eskalierende Jugendgewalt und Rechtsradikalismus können nicht allein mit sozial-gesellschaftlichen Problemen, mit beruflicher Perspektivlosigkeit und Angst vor der Zukunft erklärt werden. Wie das in diese Köpfe hineinkommt hat auch etwas mit dem Konsum von Gewaltmedien zu tun. Diese Erkenntnis wurde für mich bereits 1993 zur Gewissheit nach den kausalanalytischen Ergebnissen meiner beiden Jugendstudien für Sachsen und Baden-Württemberg in den Jahren 1991-93.
Aus den dargestellten Modellergebnissen wird keine monokausale Erklärung abgeleitet. Gleichwohl ist festzustellen, dass Effekte eines exzessiven Konsums von Horror-Gewaltfilmen, krypto-faschistischen Computerspielen und Kriegs Shootern für das Zustandekommen rechtsradikaler Grundeinstellungen deutlich nachweisbar sind. Dieser Effekt hat sich als stärker erwiesen als der sozio-ökonomische Status oder die vielfach als ausschließliches Erklärungsmuster dienende Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Wenn man vor 40 Jahren noch sagen konnte, ‚Zerstörung ist die Kreativität des Hoffnungslosen’ (Erich Fromm) so muss man nach diesen Erkenntnissen heute hinzufügen ‚Zerstörung ist auch die unheimliche Macht der Medien’.

Zum 27.1.2020 – Gedenktag der Befreiung von Auschwitz

Wenn Firmengelder die Forschung finanzieren

Was wir im Buch schon belegten, wird vom Verein Mediengewalt.eu in ihrem neuesten Blogeintrag mal wieder bestätigt und aktuell nachgewiesen:
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Thinkstock by Getty Images

Interessenvermischungen zwischen Industrie und Forschung – wenn Geld wichtiger ist als Wissenschaft

LobbyControl nimmt in seinem Sonder-Newsletter vom 14. Juli 2017 das Buch von Prof. Christian Kreiß über „Gekaufte Forschung“ (Kreiß, Christian 2015: Gekaufte Forschung – Wissenschaft im Dienst der Konzerne – Irrweg Drittmittelforschung. EUROPA VERLAG Berlin-München-Wien. ISBN: 978-3-944305-72-1) zum Anlass, auf den Einfluss von Konzernen auf Wissenschaft und Hochschulen aufmerksam zu machen. Denn Kreiß geht auf der Basis akribischer Recherchen davon aus, dass mittlerweile der Großteil der Forschung in Deutschland von der Industrie beeinflusst ist. Er stellt die Frage, ob die öffentliche Mission der Hochschulen noch gewährleistet sei. Als zentrales Problem gilt nach Kreiß: wer mit „Drittmitteln Forschung betreibe verliere seine Unabhängigkeit“ denn „geforscht wird, was Geld bringt“.

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Forschung und soziale Medien

Die Wahrnehmung von Wissenschaft und Forschung verändert sich momentan durch die sozialen Medien sehr, sagt Martin Stratmann von der Max-Planck-Gesellschaft. Die Deutsche Presseagentur hat ihn interviewt – bemerkenswert unter anderem, dass es auch in der Diskussion über Forschung sogenannten Filterblasen gibt, wo nur das wahrgenommen/angezeigt wird, was die eigene vorhandene Meinung bestätigt.

Martin Stratmann: Die sozialen Medien verstärken die Empörung, das sieht man bei emotional aufgeladenen Themen wie Tierversuchen. Solche Dinge finden rasant Verbreitung in sozialen Netzen – auch ungeachtet ihres Wahrheitsgehalts. Wir merken zudem, dass sich in den Netzwerken immer wieder Meinungsblasen bilden, wo Risiken wissenschaftlicher Forschung einseitig diskutiert werden und Wissenschaft als solche in Frage gestellt wird. Das sind sich selbstverstärkende Meinungsblasen, die es früher mit dieser Reichweite nicht gegeben hat.

Und dann mischt auch noch die Politik mit…..
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Wenn nur noch Meinung zählt: Max-Planck-Präsident beklagt, dass Populisten zunehmend Wissenschaft infrage stellen

Der Blick der Öffentlichkeit auf wissenschaftliche Ergebnisse wird von der Politik mitunter erheblich beeinflusst, sagt der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. «Dem Ruf der Wissenschaft können solche politischen Dispute enorm schaden.»

Source: www.news4teachers.de/2017/03/wenn-nur-noch-meinung-zaehlt-der-praesident-der-max-planck-gesellschaft-beklagt-dass-populisten-immer-oefter-die-wissenschaft-infrage-stelle/