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Da wird das Pferd von hinten aufgezäumt

Viele Schulen brauchen Renovierungen die die Basisfunktionen des Gebäudes sichern, von einer funktionierenden schuleigenen EDV-Infrastruktur mit Netzwerkanschlüssen in jedem Klassenraum, Wlan, schnellem Internet usw. sind sie oft sehr weit entfernt.

Aber eine Cloud für ganz Deutschland wird bereits getestet? Ob das so funktioniert, jetzt wo die von Bildungsministerin Wanka versprochenen Milliarden doch nur ein schöner Wunsch sind? Wer kann denn davon profitieren, die chronisch unterfinanzierten Kommunen eher nicht? Doch wieder nur eine Möglichkeit für IT-Firmen, Fördergelder abzugreifen? Und was ist mit der oft so herausgestellten Bildungshoheit der Länder bei einer „Bundescloud“?

Viele unbeantwortete Fragen, wenig Antworten….
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Schluss mit Schneckentempo: Eine Supercloud soll die Schulen digitalisieren

Die Union schlägt in ihrem Wahlprogramm eine „Bildungscloud“ vor. Damit sollen ausgerechnet die rückständigen deutsche Schulen in der Digitalisierung Maßstäbe setzen. Ist das realistisch? Ein Kommentar.

„Wir unterstützen die Schaffung einer innovativen neuen Bildungscloud, mit der wir über Deutschland hinaus neue Maßstäbe setzen werden.“ So steht es im Programm von CDU und CSU für die Bundestagswahl am 24. September. Da wird, wer sich schon länger mit dem Thema Digitalisierung in den Schulen beschäftigt, doch etwas skeptisch: Deutsche Schulen sollen in der Digitalisierung internationale Maßstäbe setzen? Das hört sich nach einem verwegenen Versprechen an. Seit Jahren geht es nur im Schneckentempo vorwärts; die deutschen Schulen hinken im Vergleich mit anderen Ländern hinterher.

Source: www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitalisierung-und-bildung-probleme-bei-der-digitalisierung-des-bildungswesens-15161922.html

Digitalpakt – jetzt dann doch nicht?

Wir fragen uns, wie viele Arbeitsstunden in Bundes- und Länderministerien, Schulen, Bildungsträgern, gewinnorientierten und gemeinnützigen Organisationen wohl schon auf die  Entwicklung von Konzepten zur Umsetzung der „Luftnummer“ verwendet wurden?
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Wankas Digitalpakt eine Luftnummer? Schäuble lässt bestätigen, dass dafür „keine Vorsorge getroffen wurde“

Fünf Milliarden Euro für digitale Klassenzimmer in den 40.000 deutschen Schulen – das klang nach einer ziemlich guten Idee. Doch aus dem «Digitalpakt»-Plan von Bildungsministerin Wanka ist eine Posse geworden. Denn sie hat das Geld nach derzeitigem Stand gar nicht, wie ein Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bestätigt. Der lässt seine Parteifreundin damit im Regen stehen. Der VBE spricht von einer „Farce“. 

Source: www.news4teachers.de/2017/08/wankas-digitalpakt-eine-luftnummer-schaeuble-laesst-bestaetigen-dass-dafuer-keine-vorsorge-getroffen-wurde/

Voraussetzungen für den Digitalpakt

Herr Breier bringt die richtigen Punkte in die Diskussion um den Digitalpakt, es fehlen bisher nämlich immer noch diverse grundlegende Voraussetzungen, um diesen überhaupt umsetzen zu können.
Natürlich sollte man dabei nicht vergessen, dass er der Vertriebsleiter einer Firma ist, die Lernsoftware, Whiteboards usw. für Schulen anbietet, und man wohl ein gewisses Eigeninteresse annehmen darf.
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Diskussionsbeitrag von Martin Breier – Netzwerk Digitale Bildung

Martin Breier, Vertriebsleiter Digitale Bildungslösungen bei SMART Technologies, zeigt auf, vor welchen Herausforderungen Schulen bei IT-Ausstattung stehen.

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  • Die Schulen brauchen tragfähige, pädagogische Konzepte für den Einsatz von neuen Medien im Unterricht. Ohne sie nützt die modernste IT-Infrastruktur wenig.
  • Es fehlen noch immer gemeinsame und verbindliche (Qualitäts-)Standards für die digitale Infrastruktur der Schulen, an denen sich Lehrkräfte und IT-Beauftragte orientieren könnten. Darunter fallen dringliche Fragen zum Thema Datenschutz und Datensicherheit, aber auch zu einem jugendschutzkonformen WLAN-Zugang für alle oder passenden Cloud-Angeboten für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler.
  • Schulen brauchen mehr professionellen IT-Support. Laut einer Umfrage der „Initiative D21“ kümmern sich an sieben von zehn Schulen immer noch Lehrkräfte um die Wartung der Geräte, oftmals als „Nebenbeschäftigung“. Nur ein Drittel hat eine IT-Fachkraft, die das Kollegium unterstützt. In jedem mittelständischen Betrieb mit vergleichbarer Größe gibt es eine eigene IT-Abteilung, warum nicht auch an deutschen Schulen?
  • Auch der Bedarf an flächendeckenden Fortbildungsangeboten für alle Lehrkräfte ist nach wie vor groß. In der D21-Umfrage gaben sechs von zehn Lehrerinnen und Lehrern an, digitale Medien im Unterricht nur bedingt einzusetzen – vor allem, weil ihnen das Wissen über die Funktionsweise und die didaktische Einsetzbarkeit fehle.
  • Das Thema Beschaffung ist eine Wissenschaft für sich, auf die viele der Verantwortlichen sich nicht hinreichend vorbereitet fühlen. Welche Überlegungen stehen an, wie vergleicht man Angebote, was muss bei einer Entscheidung berücksichtigt werden? Wer sollte in den Prozess eingebunden sein?

Werden diese Herausforderungen nicht bald auf höherer Ebene angegangen, ist es für Lehrkräfte kaum möglich, den Pioniergeist auszuleben und die Potentiale Digitaler Bildung auszutesten.

Source: www.netzwerk-digitale-bildung.de/diskussion/diskussionsbeitraege/diskussionsbeitrag-von-martin-breier/

Computer im Unterricht: „Ich setze Elektronik immer seltener ein“

Spiegel Online hat Lehrer befragt, ob und wie sie im Unterrichtsalltag digitale Medien nutzen. Die Antworten zeigen deutlich, wo die Probleme liegen, und wir zweifeln stark, ob das mit den Milliarden aus dem Digitalpakt besser wird. —

Computer im Unterricht: „Ich setze Elektronik immer seltener ein“ – SPIEGEL ONLINE

Warum spielen Tablets und Laptops in der Schule keine Rolle? Drei Lehrer erzählen: Von abstürzendem Unterricht, überlasteten Administratoren und von Smartboards, die vom Denken ablenken.

Source: www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/lehrer-warum-computer-im-unterricht-so-selten-eingesetzt-werden-a-1122491.html